10.1 Thailand – die schlafplatzsuche


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nachdem ich kurz aus der bahn geworfen wurde und 3 tage im krankenhaus verbrachte, gings weiter richtung norden. die vielen berge, die tägliche sauna (ca. 38°) und die vielen regenfälle machten das fahren nicht unbedingt einfacher. der schweiß tropft schon von kinn und nase, das schalten wird schwierig weil die hände nass sind. kurz vorm herzkasperl suche ich mir ein kleines geschäft und mache 2 bis 3 stunden mittagspause. im norden gibt es meistens nudelsuppe mit fleischbällchen, natürlich extra scharf, was nicht unbedingt zur kühlung beiträgt.IMG_7200 (Large)

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gegen abend geht’s dann zur schlafplatzsuche. das läuft meistens ähnlich ab:

  1. fahren bis es finster wird und kurz vor dunkelheit eine strassenküche suchen (hier in thailand ist das gegen 18:00)
  2. gemütlich essen und alle kalorien aufladen die ich am tag verbraucht habe und ein bisschen   small-talk den locals. also mit händen, füssen, zeichen und google translator versuchen zu erklären wer ich bin, woher ich komme, wohin ich gehe, wie alt ich bin und nein, auch mit 27 bin ich noch nicht verheiratet!
  3. es ist mittlerweile 18:45 und schon fast finster
  4. meistens kommt dann die frage:

local: „wo schläfst du heute?“

ich: „in meinem zelt (zeige auf den grossen roten sack am gepäcksträger und gestikuliere ein zelt“

local: „was? in einem zelt?“ (sehr überraschter blick und schüttelt den kopf)

 „aber wo willst du dein zelt aufstellen?“

ich: „irgendwo! ich fahre und wenn ich müde bin, stelle ich irgendwo mein zelt auf und schlafe!“ (natürlich mit händen und füssen versucht darzustellen“

5. dann gibt es verschiedene möglichkeiten:

     A: er ist unbeeindruckt und nichts passiert. folge: ich fahre weiter und stelle mein zelt irgenwo auf.

     B: er bietet mir einen schlafplatz an: einen zeltplatz in seinem garten, die hängematte auf der terrasse, im wohnzimmer, oder sogar ein zimmer in seinem haus, etc

     C: er gibt mir einen tipp wo ich schlafen könnte: vorne links bist du ungestört, fahr zur polizeistation in 5km, dort bist du sicher, etc.

in den letzten 9 monaten habe ich gelernt ruhe zu bewahren. ich habe keinen stress mehr, wenn ich nicht weiss, wo ich am abend schlafen werde und vielleicht ist genau das der reiz auf diese art zu reisen. meistens ergeben sich tolle überraschungen, im tempel, im wohnzimmer oder irgendwo in der wildnis und im endeffekt geht es nur um eins:

wenn man schläft dann schläft man und wenn die nacht kurz und ungemütlich ist, dann wird es am nächsten tag vielleicht besser

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