15 Australien part 2


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bei hannah in melbourne

Am 22. Dezember ging es über Nacht mit der Fähre wieder zurück nach Melbourne. Wie schon bei der Hinfahrt hatte ich einen Sessel für die 7 Stunden lange Fahrt, aber da kaum Leute an Bord waren, konnte ich es mir auf dem Boden bequem machen. In Melbourne konnte ich noch eine Nacht bei Hannah und Paul verbringen bevor ich in ein Hostel nahe am Strand umzog und dort auch Weihnachten feierte. Aber in Weihnachtsstimmung kam ich nicht wirklich. 35 grad, kein Glühwein, keine Kekse, keine besinnliche Stimmung. Trotzdem hatten wir einen netten Abend zuerst bei einer spontanen privat Party, später dann am Strand. Die Stimmung wurde leider nur etwas getrübt, als ca. 8 Jugendliche Bierflaschen hoch in die Luft warfen, die dann laut und in tausenden Scherben am Boden zersprangen. Als ich sie bat damit aufzuhören wurde ich leider nur mit der Tatsache konfrontiert, dass ich allein gegen Acht keine Chance haben würde und dass es doch nur jugendlicher Leichtsinn sei. Das war übrigens das erste Mal während meiner Reise, dass mir gedroht wurde. Nicht im Iran, nicht in Tadschikistan an der afghanischen Grenze, sondern in Australien von ein paar Backpackern… Traurig!

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auf der fähre zurück nach melbourne kann ich am boden schlafen

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die alte eisenbahnstrecke, gerade so weit das auge reicht

Silvester wollte ich irgendwo auf dem Weg nach Sydney verbringen. Also machte ich mich bei angenehmen 38 Grad im Schatten auf den Weg. (wobei ich die Angabe mit „im Schatten“ etwas sinnlos finde, weil Schatten gibt es auf dem Rad nicht). Die alte Eisenbahnstrecke wurde in einen Radweg umfunktioniert und ist wirklich entspannt zu fahren (wäre da nicht der gegenwind). Die Idee mir in Lake Entrance einen Campingplatz zu gönnen verwarf ich schnell. 60 Euro für eine Nacht sind dann doch etwas übertrieben. Also machte ich mich Richtung Strand auf und traf dort einige Backpacker. So starteten wir mit gutem Essen und dem einen oder anderen Bier und toller Stimmung ins neue Jahr. Geschlafen wurde dann einfach auf dem Picknick Gelände.

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meine unterkunft zu silvester




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super leute, super silvester am strand von lake entrance

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das zelt ist nicht mehr wasserdicht, bei dauerregen nicht so toll

Mit dem neuen Jahr kam leider auch das schlechte Wetter. Die nächsten 5 Tage fuhr ich non-stop bei knapp 18° im Regen. Aber nicht nur die Tage waren nass, auch die Nächte wurden zunehmend feuchter. Nach einem Jahr kapitulierte mein Zelt und der Boden war nicht mehr wasserdicht. So musste ich nun jeden Abend einen trockenen Platz für mein Zelt finden.

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unterwegs mit jenny, megan und john

Nach ca. 300km im Landesinneren hatte ich wieder die Küste erreicht. Aber irgendwie hatte ich mir die Straße entlang der Ostküste etwas anders vorgestellt. Es gibt kaum kleine Straßen zum Ausweichen und auf dem Highway ist sehr viel Verkehr. Alles andere als ein Vergnügen auf der Straße zu sein. Riesige LKWs rauschen an einem vorbei und wenn es doch einmal eine kleinere Straße gibt, fahren tausende Wohnwagen und es gibt keinen Pannenstreifen. Eigentlich wollte ich bis Brisbane fahren, aber diesen Plan verwarf ich schnell. Auf diesen Straßen und mit diesem Verkehr machte es schlichtweg keinen Spaß Rad zu fahren. Ich musste nicht lange überlegen als mir eine Studienkollegin anbot, mit ihr und zwei Freunden aus Australien Richtung Norden zu fahren. „Übermorgen geht’s los!“ „Ähm… ich bin dabei!“

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wir ernten austern und grillen sie am lagerfeuer

Also parkte ich mein Rad für 10 Tage in Wollongong, tauschte es gegen einen Jeep und wir machten uns zu viert, Megan, Jenny, John und ich, auf den Weg nach Byron Bay. Voll ausgestattet mit Schnorchel Equipment verbrachten wir Stunden im Wasser, immer auf der Suche nach Haien, Rochen, Schnecken, Schildkröten und vielen anderen Meeresbewohnern.

John hatte zuvor schon schöne und kostenlose Zeltplätze im Internet ausfindig gemacht und so hatten wir einmal selbstgeerntete Austern von den Mangroven, ein anderes Mal ein gemütliches Lagerfeuer mit Bier und Steak. Vielen Dank euch 3 für diese tollen 10 Tage!!!




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zurück in wollongong bei john und megan

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bei meiner ankunft in sydney werde ich mit blitz und donner empfangen

Wieder zurück in Wollongong packte ich wieder mein Rad und ich fuhr meine letzten 100 Kilometer in Australien Richtung Sydney. Mit Pauken und Trompeten kam ich im strömenden Regen, Blitz und Donner beim Opernhaus an. Es ist ein würdiger Abschluss des dritten Kontinents meiner Reise. Zwei schöne Tage hatte ich noch mit Goose und Illi, zwei guten Freunden aus der Heimat. Das “world Team Tatra/Santa Maria” ist ebenfalls gerade auf Weltreise, mit dem Ziel „Olympische Spiele 2016 in Rio“.

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goose beim mächtigen angriff… mit netzband

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wo hab ich nur mein timing vergessen? ich glaube irgendwo in der türkei..

 

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illi spielt alle männer in grund und boden

 Bald mussten wir jedoch feststellen, dass unsere Beachvolleyballkünste auf der Reise verloren gegangen sind.

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das world tour team tatra/santa-maria mit niko-rides check out their blog! https://www.facebook.com/World-Tour-Team-Santa-MariaTatra-1609908975949482/?fref=ts

Ein paar Tage habe nun noch Zeit mich auf mein letztes großes Abenteuer vorzubereiten. Zu Beginn meiner Reise wollte ich noch Nordamerika bereisen. Dann sollte es Südamerika werden und nach einem Gespräch mit einem andern Radfahrer wurde mir schnell klar, dass es keines der beiden Kontinente werden würde. Die ultimative Herausforderung wartet in Afrika auf mich. Den Flug habe ich vor einigen Tagen von Sydney nach Kapstadt gebucht. Ansonsten habe ich noch wenig Plan. Die Idee wäre von Kapstadt nach Lesotho und weiter nach Swasiland. Von dort zum Krüger Nationalpark und weiter Richtung Norden. Wohin genau wird sich noch herausstellen…

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skyline und opernhaus von sydney